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Lichtbildervortrag: Martin von Tours ein europäischer Heiliger in Kult und Brauch

Logo der Stiftung Lebendige Gemeinde St. Martinus

präsentiertvon Prof. Dr. Werner Mezger, Universität Freiburg, am Donnerstag, den 15. November, um 20:00 Uhr, Pfarrsaal von St. Martinus, Richterich

Die Stiftung Lebendige Gemeinde St. Martinus ist sehr stolz darauf, Prof. Mezger zur Feier des Patroziniums für einen Vortrag in unseren Gemeinden gewonnen zu haben. Er ist Professor für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Instituts für Volkskunde der Deutschen des östlichenEuropas (IVDE). Prof. Mezger zählt zu den bedeutendsten Brauchtumsforschern und ist in Deutschland durch zahlreiche Buchveröffentlichungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen bekannt.

Prof. Mezger

Prof. Mezger beschreibt den Inhalt seines Vortrages so:
Martin von Tours ist nicht nur einer der Architekten Europas, sondern auch eine der populärsten Heiligengestalten im Jahreskreis. Kinder ziehen an seinem Gedenktag am 11.11. mit Laternen umher, Kirchengemeinden inszenieren Martinsritte mit Mantelteilung. Dabei sind im Rheinland die Bräuche besonders reich entfaltet, und in nicht wenigen Metropolen dient hier der Martinstag sogar als Karnevalsauftakt.

Martin ist Nationalheiliger Frankreichs, Patron vieler hundert Gotteshäuser und Leitfigur ganzer Bistümer: ein breites Spektrum an Funktionen also. Der reich bebilderte Vortrag beleuchtet zunächst die historische Figur des Martin von Tours, stellt Martin in seinen europäischen Zusammenhang, geht dann auf die Legendenbildung und Kultausbreitung ein und widmet sich schließlich den zahlreichen Brauchformen, zu deren Kristallisationspunkt Sankt Martin im Lauf der Jahrhunderte wurde. Oft gestellte Fragen finden dabei eine Antwort:

  • Welche Bedeutung haben die Laternen an Martini?
  • Wie erklärt sich die Martinsgans?
  • Was hat der Heilige gar mit Narren und Jecken zu tun?

Weitere Perspektiven tun sich auf bei der Einordnung des Martinsfestes in die Vorweihnachtszeit, in die Symmetrien des Kirchenjahrs und nicht zuletzt in den Rahmen des sogenannten „Bauernwinters”, der eben vom 11.11. bis Mariä Lichtmess am 2.2. dauert. Interessant ist dabei nicht zuletzt die ökumenische Dimension – die Tatsache nämlich, dass trotz der Ablehnung jeglichen Heiligenkults durch die Reformation der Martinstag heute sowohl für katholische als auch für evangelische Christen ein Anlass zum Feiern ist. Bleibt am Ende noch die Frage, welche Zukunft der heilige Martin hat: Wird er in einer multikulturellen Gesellschaft überleben können?

Lassen Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Martin Wüller