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Leitgedanken

Hier sind alle Leitgedanken aus den Pfarrbriefen seit Oktober 2002 zu finden:

Die Zeit ist reif. Wir haben zu danken.

Kornfeld

Wenn die Früchte der Schöpfung in Gärten und Plantagen, auf Feldern und Wiesen wieder zu unserem Glück gewachsen sind. Andere haben Hunger und Durst. Wenn wir Behausung und Behütung uns haben schaffen können oder wenn sie uns gegeben wurden. Andere sind obdachlos und ohne Schutz. Wenn uns Gesundheit oder Genesung verliehen und zuteil geworden sind. Andere sind krank. Wenn Intelligenz und Klarheit sich in unseren Gedanken sammeln können, mit denen wir zu neuen Erkenntnissen fähig werden. Andere leben eingeschränkt und umnebelt. Wenn wir in vielen Weisen der Demokratie und Meinungsfreiheit selbstverständlich leben dürfen. Andere leiden unter Diktatur und Gewalt. Wenn wir die Erweise eines liebenden Gottes erfahren, der sich uns mütterlich zuwendet - immer dann haben wir zu danken.

Die Zeit ist schon lange reif.

Ihr Pastor Josef Voß

Nach Hause

Das letzte Wort, das über unser Leben gesprochen wird, sagt nicht der Mensch. Es ist das Wort des Schöpfers. Er ruft seine Geschöpfe heim. Darum sprechen wir beim Sterben eines Menschen von seinem Heimgang. 

Wie schön wäre es, wenn uns das Jenseits, das immer schon in das Diesseits hineinragt, so vertraut wäre wie unser Zuhause. Eine verwegene Vorstellung!

Die alte Kunst des Sterbens, die den Tod nicht verdrängte, sondern ihn ins Leben nahm, scheint weitgehend verloren zu sein. Stattdessen greifen im Sterbefall riesige Angst und Ratlosigkeit mit ihren gierigen Klauen nach uns.

Dass unsere Toten heimgehen zu ihrem Schöpfer, der sie in sein Leben aufnimmt, bei dem alle Unruhe zur Ruhe kommt und alles Verlangen gesättigt wird - warum wird das so schwer geglaubt in einer Welt, in der sich die Menschen andauernd Wünsche erfüllen, so gut sie es sich leisten können?

Wir glauben an einen Gott, der nichts lieber tut, als unseren größten Wunsch zu erfüllen: den Wunsch nach Leben! Dieser Gott ragt mit seiner Botschaft des Lebens tatsächlich aus dem Jenseits in das Diesseits hinein, so dass wir uns mit ihm vertraut machen können. Wir tun dies in der Feier des Lebens am Sonntag. Wenn dann wieder einer in unserer Familie und Gemeinde stirbt, verabschieden wir ihn - mit Trauer über den Verlust, ebenso jedoch mit der tröstenden Zuversicht: Er geht heim, nach Hause. 

Ihr Pastor Josef Voß

Wüste

Ein Forscher – so wird erzählt - beobachtete auf einer Wüstenexpedition das eigenartige Verhalten eines Beduinen. Dieser legte sich immer wieder auf den Boden und drückte sein Ohr in den Sand. Auf die verwunderte Frage, was das bedeute, sagte er: "Ich höre, wie die Wüste weint. Sie möchte ein Garten sein."

Die Wüste ist ein Bild für das, was unser Leben öde macht:
Überforderung erstickt die Gelassenheit.
Hetze vertreibt die Langmut.
Leid überwuchert das Glück.
Ehrgeiz verseucht die Beziehungen.
Egoismus tötet die Solidarität.
Profilsuche verjagt die Freundschaft.
Trauer mischt sich in die Freude.

Unzählbar erscheinen die Wüsten versiegter Liebe, erlittenen Unrechts, verübter Gewalt, verursachter Schuld.
Die Wüsten unseres Lebens weinen. Sie möchten ein Garten sein.
Diesem Verlangen geht der Advent nach.
Die alten Texte der hl. Schrift wollen Antworten auf unsere Fragen aus der Wüste geben.
Von den Propheten lassen wir uns das Versprechen Gottes von neuem zusagen: "Die Wüste soll jubeln und blühen."

Wann das geschieht?
An Weihnachten beginnt klein ein Wunder:
Gott kommt in die Wüste unseres Lebens.
Damit es gut und heil werde: ein blühender Garten.

Ihr Pastor Josef Voß