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Leitgedanken

Hier sind alle Leitgedanken aus den Pfarrbriefen seit Oktober 2002 zu finden:

Auf der Durchreise

Ein Weltenbummler, so wird erzählt, sucht auf seiner Reise ein Quartier. Er darf in einem Kloster übernachten. Erstaunt über die spärliche Einrichtung, die nur das Notwendigste kennt, fragt er den Mönch: "Wo habt ihr eure Möbel?" Der Mönch fragt zurück: "Wo sind deine Möbel?" Der Reisende ist ganz verblüfft: "Ich bin doch nur auf der Durchreise." Der Mönch: "Eben, das sind wir auch."

Wir sind nur auf der Durchreise im neuen Jahr. Denn wir sind Zeitenbummler, suchen Quartier in zwölf Monaten. Wir wissen, dass wir weiter müssen. Doch wir tun oft so, als ob unsere jetzige Zeit zum Bleiben eingerichtet sei. Aber sie ist nur geliehen.

Wir gehen in die Zeit des Jahres 2005 hinein. Wir füllen sie mit unserem Leben und gehen hindurch. Niemand kann sagen, ob er sie ganz durchschreiten wird. Wir gehen, so weit wir kommen.

Gott, der seit Weihnachten unser Weggefährte ist, lebt mit uns in dieser Zeit. Ihm gehört sie. 

Josef Voß

Die Karten auf den Tisch

Viele Karten mit Symbolen liegen verdeckt auf dem Tisch. Jeweils zwei gehören zusammen. Man darf eine Karte nehmen und muss aus den vielen übrigen die passende suchen. Jeder darf zusehen und sich merken, was liegt wo. Man darf solange ziehen, bis man eine falsche aufgedeckt hat.
Mit den Kindern haben wir früher unendlich Memory gespielt.

In der Fastenzeit kommen die Karten des Lebens wieder auf den Tisch. Doch vieles von früher liegt unter der Schnelllebigkeit von heute verdeckt. Die Fastenwochen vor Ostern geben Zeit, die Karten zu wenden. Alte Erfahrungen aus Kindertagen, aus glücklicher Zeit werden aufgedeckt und bewusst gemacht. Auch Erfahrungen mit Gott. Aus ihnen können wir schöpfen wie aus einer Quelle.

Die Fastenzeit gibt Zeit für Memory. Probieren wir das Memory unseres Lebens. Suchen nach dem, was uns wertvoll war. Auch wenn die Erinnerung nur langsam kommt, wenn sie mühselig oder wehmütig sein wird. Vieles von früher kann uns heute tragen.
Auch Gott. Aus ihm können wir leben. Er ist unser Ursprung. Oft ist er nur verdeckt. Nach ihm suchen, bis wir ihn gefunden haben. Und dann wieder bewusst mit ihm leben.

Josef Voß

 

Das trifft sich gut

Leben - das ist so vielschichtig.
Das bin ich selbst. Das ist meine Familie, mein Beruf. Das sind Beziehungen mit Freunden, Verwandten, Nachbarn, Kollegen.
Leben - das sind auch die verschiedenen Phasen, Jahreszeiten, Tage, Stimmungen. Das sind Gesundheit und Krankheit, Hoffnung und Enttäuschung, Erfolg und Versagen.
Das Leben ist bunt wie ein Mosaik.

Ein Lichtstrahl läuft wie eine Lebensader auf dem Bild von G. Alfera durch die Vielfalt des Daseins. Er gibt der Zerstreutheit aller Lebenserfahrungen eine Mitte. Da trifft sich alles, in der Mitte: Alpha und Omega.
So steht es auch auf der Osterkerze: Jesus Christus - Alpha und Omega - Anfang und Ende. Jesus Christus ist die Mitte. Bei ihm sammelt sich unser Leben. Das trifft sich gut.

Josef Voß

Zeugen

Sich zur Verfügung stellen mit Name und Gesicht. Für jemanden eintreten, der mich braucht. Nicht feige zurückbleiben in der großen Masse. Einstehen für eine Tatsache, für eine Überzeugung. Zeuge sein. Das erfordert Mut und Selbstbewusstsein.

"Ihr sollt meine Zeugen sein." Das ist die Ansage des auferstandenen Jesus Christus an seine Jünger. Das bleibt Auftrag für uns Christen auch heute und für immer.

Wir treten ein für den Gott, der unter uns lebt und wirkt. Wir decken seine Spuren in unserer Lebensgeschichte auf: wo wir Gott erkannt haben, wo wir ihm nahe sind.

Frauen und Männer tun dies Jahr für Jahr in der Sakramentenvorbereitung. Aber Katecheten sind kein Alibi. Zeugen sind gesucht bei den Eltern der Kommunionkinder. Zeugen sind gesucht bei den Jugendlichen, die im Winter gefirmt wurden. Für den Glauben einstehen mit Name und Gesicht.

Niemand soll sich einfach wegstehlen. Jeder kann - und darum muss er - Zeuge für Gott werden. Einstehen für ihn mit Name und Gesicht.

Kommt heraus aus euren Gräbern der Anonymität! Kommt heraus aus den Gräbern der Ängstlichkeit!
Ihr sollt Zeugen sein!

Josef Voß

Liebe mal zwei

"Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich..." Die Liebe wird ausgezählt. Blütenblatt um Blütenblatt fällt zur Erde. In der Hoffnung, dass es am Ende heißt: "Sie liebt mich." Auch in der Wirklichkeit scheint die Liebe - oder was man dafür hielt - schnell zu fallen.

Wer will sagen, was die Liebe ist?
Wenn die Bibel von der Liebe spricht, wird sie ernst und total:
"Stark wie der Tod ist die Liebe."
"Du sollst Gott lieben mit ganzer Kraft." "Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles."

Liebe - weit mehr als Blütenblätterträume. Du liebst. Darum kannst du das Leben annehmen. Frei und doch verbindlich. Du liebst. Darum wirst du mindestens so viel Du sagen wie Ich.
Du liebst. Darum kannst du für den anderen mehr tun als für dich selbst.
Du liebst. Darum kannst du schenken, die letzte Kraft und deinen ganzen Verzicht einsetzen. Du liebst. Darum kannst du dem ganzen Leben ins Auge schauen, auch dem Dunkel.

Liebe mal zwei. Ernsthaft und total. Liebe will alles oder sie ist nicht.
Die persönliche Antwort und die persönliche Festlegung auf die Liebe sind entscheidend. Sonst lässt die Liebe nicht leben.

Glückwunsch allen, die sich lieben, die ihrer Liebe trauen.
Wir trauen sie Gott an.
Sie sind ein Kraftwerk der Liebe, Gottes Filiale in dieser Welt.

Josef Voß

Open Air

Unsere Gemeinden leben und glauben „open air".
Es ist wichtig für unsere Gemeinden, aus den Behausungen herauszugehen, sich zu zeigen, ansichtig zu werden. Gemeinde lebt vom gezeigten Zeugnis.

Mit Fronleichnam ist die Saison Ende Mai eröffnet worden.
Die Fußwallfahrt nach Moresnet steht für eine betende Kirche.
Das Dorffest in Horbach gemeinsam mit den Ortsvereinen - Mitte Juni - steht für eine gesellige Kirche.
Das Zeltlager für Kinder steht für eine junge Kirche.
Das Pfarrfest in Richterich gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde - Anfang Juli - steht für eine geschwisterliche Kirche.

Das sind Beispiele für unser Open-air-Zeugnis vor Ort.

Doch wir vergessen nicht das große Open-air-Zeugnis auf dem Petersplatz: die Trauer während des Sterbens des Papstes und die Freude am Ende des Konklaves.

Und wir erwarten gespannt das große Open-air-Zeugnis der Begeisterung und Verständigung beim Weltjugendtreffen in Köln in diesem Sommer.

Open air steht der Kirche und unseren Gemeinden gut.
Kirche muss sich sehen lassen. Kirche kann sich sehen lassen.

Josef Voß

Glaubenswoche

:Es ist Zeit!

Ach du meine Zeit - Zeit ist Geld - gute Zeiten - schlechte Zeiten - Schonzeit - Wo ist die Zeit nur geblieben - Die Zeit verfliegt - Lebenszeit - glanzvolle Zeiten - keine Zeit - verschenkte Zeit - Zeit gewinnen - zeitlos - Zeitzeichen - Zeit genießen - vertane Zeit - sich Zeit nehmen - Zeit investieren - Zeitgeist - Jetzt ist die Zeit -Zeit verlieren - Reifezeit - Zeit rauben - Zeiträume - Bedenkzeit - vergeudete Zeit - Zeit im Wandel - So sind die Zeiten

Unsere Redewendungen sind eindeutig. Die Zeit berührt uns. Das muss nicht  wundern. Denn sie hat Einfluss auf unser Leben wie kaum etwas sonst. Darum ist die Zeit Leitwort in unserer Glaubenswoche, in der wir über unser Leben und unseren Glauben nachdenken.

Wir laden alle sehr herzlich ein, dabei zu sein. In diesem Regenbogen finden Sie die genauen Informationen dazu.

Es ist höchste Zeit!
Es ist Willkommen-Zeit!

Josef Voß

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Wozu?

Jugendliche fragten: Wozu brauchen Sie Gott?
Der Gefragte antwortete: Zu gar nichts.
Großartige Antwort.
Er schob nach, Gott sei zu nichts zu gebrauchen.
Falsch, dachte ich.

Doch er hat Recht: Gott ist zu nichts zu gebrauchen. Genauso wenig wie Menschen.
Warum tun sich Menschen ein Leben lang zusammen? Doch nicht um sich zu gebrauchen, sondern um einander nahe zu sein.
Auch Gott ist nicht zu gebrauchen wie z.B. ein Einkaufswagen oder ein Wagenheber oder ein Besen.
Gott ist ja nicht der Warenkorb, aus dem ich mich nach Herzenslust bediene. Er ist nicht der Knecht, der mir über die Pleiten und Pannen im Leben hinweg helfen soll. Er ist nicht der Saubermann, der Scherben oder Unrat hinwegfegt. Gott ist zu all dem nicht zu gebrauchen. Es würde seiner Ehre nicht gerecht.

Wozu brauchen wir Gott? - Zu gar nichts. Er ist da. Und wir sind da. Ihm gegenüber.
Wir tun uns mit Gott zusammen, weil er unsere Gemeinschaft will. Wir suchen seine Nähe, wie er die unsere sucht. Wir wollen einfach einander nahe sein.
Wozu? Weil das zum Leben reicht.

Josef Voß

Menschen in Verantwortung

In den nächsten Jahren kommen auf unsere Gemeinden so tiefgreifende Veränderungen zu wie seit langer Zeit nicht mehr. Unter den engeren Bedingungen personeller und finanzieller Art muss sich vieles im Gemeindeleben neu orientieren.

Was ist wesentlich und muss erhalten bleiben?
Was müssen wir aufgeben?
Wo tun sich neue Partnerschaften auf, die wir eingehen sollten?

Wir brauchen Frauen und Männer in den Pfarrgemeinderäten, die mit großer Feinfühligkeit für den Lebensraum St. Heinrich - St. Martinus überlegen, beraten und entscheiden.
Und wir brauchen alle ab 14 Jahren, die wählen dürfen und darum auch zur Wahl gehen.

Josef Voß

Tür

Stalltür

Die erste Tür in das Leben hat sich für uns geöffnet, lange bevor wir denken konnten.
Wir finden uns vor auf dem Weg durch das Leben. Manchmal gehen wir den Weg bewusst und zielstrebig. Oft genug werden wir geschoben, hin und her gezerrt.

Tausende Türen, auf die wir treffen. Türen, die andere für uns öffnen. Türen, die wir selber aufstoßen. Türen, die verschlossen bleiben. Jede Tür stellt eine Herausforderung dar: Werden wir durch diese Tür weiter gehen können und auch wollen? Oder werden wir nachher wünschen, diese Tür hätte sich nie aufgetan?

In den Rorategottesdiensten des Advents forschen wir nach der Bedeutung der Türen für uns. Wir fragen die Heilige Schrift und stärken uns in der Hoffnung, dass Gott uns beisteht. Spätestens die letzte Tür, die uns in das bleibende Leben führt, durchschreiten wir nicht aus eigener Kraft. Dazu brauchen wir Gottes Hilfe.

An Weihnachten öffnet sie sich einen Spalt breit im Dunkel der Heiligen Nacht. Da scheint herein, was uns hinter der Tür erwartet. Da leuchtet Gottes Menschenfreundlichkeit in unser Leben.
Die Weihnachtstür bedeutet eine große Verheißung: Was hier beginnt, das wird wachsen. Der Lichtstrahl von Betlehem wird einmal das große Licht des Lebens für uns sein.

Staunend und dankbar stehen wir vor der Stalltür Gottes.

Josef Voß