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Leitgedanken

Hier sind alle Leitgedanken aus den Pfarrbriefen seit Oktober 2002 zu finden:

Passt die Zeit?

"Wird die neue Zeit dir passen? Ist sie dir zu groß, zu klein? " so singen unsere Chöre in einem Lied von Manfred Siebald. Die Zeit anziehen können wie einen Mantel, das wäre ein schöner Wunsch am Anfang des neuen Jahres.

Wie gerne würde man sich in einen Mantel hüllen, der anschmiegsam ist und doch Raum für Bewegung lässt. Ein Mantel, der in der Wärme kühl hält, in kalten Zeiten aber Nestwärme bieten kann. Ein Mantel, der wie eine Berufskleidung Schutz vor allem Schlimmen sichern kann.

Aber hat unser Mantel 2009 vielleicht ein teures Etikett, dessen Ruf er gar nicht gerecht werden kann? Oder müssen wir das ganze Jahr über einen edlen Mantel tragen und wären doch viel lieber im Jogginganzug unterwegs?
Wollen wir unseren Mantel teilen wie der heilige Martin oder ist er nur unser Eigentum?

Auch das Jahr 2009 hält Fröhliches und Trauriges, Nachrichten vom Leben und vom Sterben, Stunden der Mühen und Stunden der Erholung für uns bereit.

Dass diese Zeit Ihnen "passt", dass Ihr Mantel Ihnen immer Schutz bietet, das wünscht Ihnen

Angelo Scholly

"Humor ist nichts anderes als eine Erscheinungsform der Religion - nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln." (Pater Brown)

Im Karneval erleben wir, dass zum rheinischen Katholizismus Menschen gehören, die sich und die Religion von außen betrachten können und über Manches lachen und andere zum Lachen bringen können.
So ein Verhalten ist gegen jeden Fundamentalismus. Vielleicht wäre das eine Chance für diese Welt: eine Frömmigkeit, die sich ihrer eigenen Komik bewusst ist. Denn die Religionen sind voller Widersprüche. Humor greift sie spielerisch auf und hat Freude an dieser Tatsache.

Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker schreibt in diesem Zusammenhang Folgendes: "So räumt der rheinische Katholizismus im Volksmund stets denen, die es mit Glauben nicht so genau nehmen, die größeren Chancen auf das Himmelreich ein…:
Ein Erzbischof und ein Taxifahrer stehen vor dem Himmelstor. Petrus lässt nur den Taxifahrer ein. Der Erzbischof ist entrüstet: ‚Mein ganzes Leben habe ich rechtschaffen von Gott gesprochen und diesen verkehrsündigen und verwegenen Taxifahrer lässt du ein?' Da sagt Petrus mit weiser Stimme: ‚Mein Freund, wenn du von Gott gesprochen hast, sind alle eingeschlafen. Aber wenn er gefahren ist, haben alle Fahrgäste gebetet!'"
In einer seiner Büttenreden sagt Diakon Willibert Pauels: "Das Wesen Gottes ist das Gegenteil von Schwermut, das Göttliche ist heiter, leicht von überfließendem Glück. Wenn der Mensch lacht, ist er leicht wie ein Engel."

Viel Humor, viel gemeinsamen Spaß - nicht nur in der karnevalistischen Zeit!

Christa Baggen, Gemeindereferentin

Pflügen

"Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Er pflüget den Boden, er egget und sät", haben wir in der Schule gesungen.
Tatsächlich geht es im März in der Natur wieder richtig los. Da will es keimen, knospen und wachsen. Der Winter ist vorbei, das Frühjahr steht bereit.
Darum tut der Bauer gut daran, seine Felder vorzubereiten für das, was wachsen soll in diesem Jahr.
Wir lassen uns von der Natur mit ihrem weisen Kreislauf etwas zeigen für unser Leben. Denn auch da soll es wachsen, blühen und schließlich Frucht tragen.
Lasst uns also mit dem Pflügen beginnen!
Verkrustungen müssen aufgebrochen werden: Winterliche Zustände von Gleichgültigkeit.
Falsche Haltungen müssen verworfen werden: Sich selbst immer wieder über den Nächsten zu stellen.
Irrige Meinungen müssen verändert werden: Die Menschen seien schlecht und unverbesserlich.
Fehlgeleiteter Glaube muss neu ausgerichtet werden: Gott sei doch egal, was in der Welt und in der Kirche passiere.
Wir haben zu arbeiten im März - zu pflügen, zu eggen und zu säen. Denn es soll doch etwas werden mit diesem Jahr!

Josef Voß

Triumphgesang

"Erschalle laut, Triumphgesang" - so singen wir wieder an Ostern und hoffentlich rührt Sie die Festlichkeit des Liedes an. So großartig kann Ostern klingen...

Szenenwechsel: zwei Menschen sterben in Köln durch den Häusereinsturz, 16 Menschen kommen beim Amoklauf in Winnenden ums Leben, unzählige Menschen verlieren Angehörige durch heimtückische Krankheit oder durch Unfälle - in solchen Fällen die Auferstehungshoffnung oder besser: den Auferstehungsglauben in sich zu tragen, das ist nicht leicht.

"Es ist noch niemand vom Himmel zurückgekommen und hat berichtet", so sagen die Leute manchmal. Die Auferstehung ist das Zentrum unseres Glaubens, und doch so unglaublich schwer mit unseren Maßstäben zu ermessen und greifbar zu machen.

Wie sehr wünsche ich, dass uns dieser Glaube tragen kann im Leben.
Wie sehr hoffe ich, dass bei unseren Kommunionkindern die Wurzeln aus diesem Glauben nun wieder etwas tiefer gründen. Wie sehr ersehne ich, dass uns der Glaube Trost gibt im Leid und Hoffnung weist im Blick auf den Tod.

In dem Osterlied singen wir doch weiter: "Und Todesfurcht ist nicht mehr da. Halleluja!" Dass auch Sie dort einstimmen können, das wünscht

Angelo Scholly

Stiles Gespräch vor Maria

Kerzenständer an der Maria
Könnte er sprechen: von den vielen Wünschen, Anliegen, Enttäuschungen, Schmerzen, Trauer, Mutlosigkeit, von Hoffnungen, von der Freude, von der Dankbarkeit, vom Leben

Vieles könnte er berichten
Überall in der Welt; in Kirchen, Kapellen und Wallfahrtsorten zünden Menschen Kerzen bei Maria an

Maria - ein Name für die weibliche Seite Gottes?
Maria - eine Frau auf Augenhöhe
Maria - eine Frau, die vieles im Leben selbst erlebt hat.
Die an Gott glaubte, ihm vertraute, zweifelte und auch verzweifelte.
Kerzenständer an der Maria
Es ist gut, so einen Ort zu haben.

Christa Baggen

Zu dritt

Ganz stolz zeigen Kinder ihr erstes selbst gemaltes Bild: “Das habe ich allein gemacht.” Es ist ein Zeichen von Größe. Es zeigt etwas von dem, was in dem Kind steckt.

Wir machen es umgekehrt. Zum ersten Mal feiern wir Fronleichnam zu dritt: St. Heinrich, St. Laurentius und St. Martinus. Wir feiern das Fest gemeinsam und zeigen dabei etwas von dem, was in uns steckt.
Denn gemeinsam ist uns der Glaube, dass Gott sich für uns interessiert.
Gemeinsam ist uns die Freude, dass Jesus mit uns auf dem Weg ist. Gemeinsam bekennen wir uns zu einem Leben in Geschwisterlichkeit miteinander und Solidarität mit denen, die uns brauchen.
Was wir in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam tun, können wir - wie bisher - auch allein.
Dass wir es nun zusammen tun werden, zeigt, wie wir unsere Zukunft miteinander verstehen: Die vielen verschiedenen Menschen unserer drei Gemeinden sammeln sich um den einen Herrn.
Was wir sonst nebeneinander auf je unsere Weise feiern, bündelt sich zu einem guten Signal für die Zukunft.
Es festigt die Zusammengehörigkeit der Gemeinden untereinander und bedeutet zugleich in die Öffentlichkeit hinein einen Aufbruch.
St. Laurentius lädt uns ein. Wir gehen gerne hin.

Josef Voß

Zeit der Erholung

Die Sommerzeit mit den großen Schulferien ist für viele die große Zeit der Ruhe, der Erholung und des Urlaubes. Urlaub muss nicht immer die Reise in andere Städte und Länder bedeuten.

Wenn mir immer wieder Leute, die zum ersten Mal in eine unserer Kirchen kommen, sagen: "Jetzt sehe ich zum ersten mal diese Kirche von innen", dann denke ich: oft kennt man Gebäude und Geschichte in anderen Städten besser als die der eigenen Heimat.
Vielleicht kommen Sie in den Ferien in eine andere Kirche, die Sie noch nie besucht haben.
Genießen Sie die Ruhe, lassen Sie den Raum wirken, vielleicht finden Sie Zeit für ein Gebet.
Denn auch zu Hause in Aachen kann man Entspannung finden: im Garten mit einem tollen Buch, das schon so lange im Schrank liegt.
Im Schwimmbad oder in einem der interessanten Museen.
Vielleicht fahren Sie einmal mit einem Linienbus, der ein Ziel hat, welches Ihnen noch ganz unbekannt ist.
Oder Sie gehen von zu Hause zu Fuß los und biegen an jeder Ecke abwechselnd rechts und links ab - vermutlich werden Sie in Straßenzüge gelangen, die Sie noch nicht gesehen haben.
Oder haben Sie schon einmal eine Stadtführung in Aachen gemacht?
Oft kann die Erholung ganz nahe sein, meint

Angelo Scholly

... siehe, es war gut

In der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte, ist der Ursprung, der Anfang, das Tohuwabohu, wie es im hebräischen Urtext heißt, das Chaos.
Mitten in diesem Chaos lässt Gott einen Schutzraum entstehen, in dem wir leben können. Fluten werden eingedämmt, Vegetation und Leben können sich entwickeln und wachsen. Und es heißt: Gott sah, dass es gut war!

Unsere Erde heute: wunderschön und doch schon so verletzt. Immer wieder erreichen sie uns, die Berichte von Unwettern, Katastrophen, Verwüstungen, Überschwemmungen. Und immer bricht das Chaos über uns herein.
Aber macht das diesen Schutzraum nicht nur umso kostbarer?
Zeigt uns dies nicht: Wir können ihn dankbar genießen?
Wir sollen die Erde bewahren und bebauen. Alles, was wir von ihr erhalten, ist das Geschenk Gottes an Pflanzen, Tiere und Menschen.
Der Film "HOME" von Yann Arthus-Bertrand, den wir im Pfarrsaal im Rahmen der "Fairen Woche" zeigen, zeigt uns in eindrucksvollen Bildern die Schönheit und die Verletzungen der Erde. Er will uns inspirieren, mit der Verantwortung für unseren Planeten auf positive Weise umzugehen.
Sorge für die Erde und sie wird für dich sorgen!

Christa Baggen

Umsonst - nicht vergeblich

Es gibt den Verdacht, was umsonst ist, sei nichts wert. Widerspruch!
Das Horbacher Dorffest und das Richtericher Pfarrfest haben bewiesen, wie falsch diese Meinung sein kann.
Beide Feste stehen beispielhaft für alles, was im Leben unserer Gemeinden geschieht.
Denn wer wollte das zählen: die Gedanken, die Telefonate, die Ideensammlungen, die Mails, die Absprachen, die Treffen, die Schritte der Vorbereitung, die Übersicht bei der Durchführung, die kurzfristigen
Improvisationen, das Aufräumen, die Reflexionen in den vielen, vielen Aktivitäten unserer Gemeinden?
Ich bin glücklich, dass wir eine so große Zahl von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern haben, die in St. Heinrich und St. Martinus mittun. Sie bringen sich ein, wie es ihre zeitlichen und kräftemäßigen Möglichkeiten jeweils erlauben.
Um diese große Zahl von ehrenamtlich tätigen Menschen kann uns jeder beneiden. Ihr Zusammenspiel zeigt: Was hier umsonst getan wird, ist nicht vergeblich! Hier pulsiert das Leben der Gemeinden.
Diesen Vielen gilt unser Erntedank. Sie erweisen, dass unsere Gemeinden vital sind. Sie sind die Zukunft in Aachens Nordwesten.
Die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände, deren Neuwahl nun ansteht, tragen Mitverantwortung in der Leitung der Gemeinden. Gott sei Dank können sie sich auf diese Vielen stützen, die sich kräftig engagieren: umsonst - aber nicht vergeblich!

Josef Voß

DU bist Kirche

Durch die Taufe ist jeder Christ ein mündiger Christ - nicht nur mit Fähigkeiten gut gerüstet, sondern zudem mit der Aufgabe, diese auch einzubringen. Es gibt gar den Begriff des "Taufpriestertums". Dies ist ein großer (und ein großartiger) Auftrag.

In diesem Monat werden Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände gewählt. Für jede Kandidatin und jeden Kandidaten gilt: Bringe dich ein. DU bist Kirche. Für alle, die wählen gehen und den Gremien eine breite Basis geben, gilt: IHR seid Kirche.

Unsere Chöre haben im November 2009 ein sehr vielfältiges Programm. Sie singen zur Ehre Gottes und bringen so ihre Möglichkeiten ein. Für jede Sängerin und jeden Sänger gilt: DU bist Kirche.

Jeder in der Gemeinde hat das Recht, Vertrauen, geschenkt zu bekommen. Auch das Vertrauen in die Fähigkeiten und darin, dass diese vielfältig weitergegeben werden - denn DU bist Kirche.

Wir wollen in unseren Gemeinden künftig die Rolle der "Laien" deutlich stärken und aufspüren, wo wir Sie und Dich mehr wertschätzen und einsetzen können. Und so sollen nicht nur "Lücken gestopft" werden, sondern sogar bewährte Felder neu besetzt werden können.

Ich bin sicher: Auch DU bist Kirche.

Angelo Scholly

Ich steh an deiner Krippe hier,
o Jesus, du mein Leben.

Götter, Stars… Menschen, die wir bewundern, scheinen oft alles zu haben, was uns fehlt: Reichtum, Ansehen, Macht, Erfolg. Weihnachten ist das Fest gegen solche falschen Vorbilder. Ein Kind wird geboren. Sein Name ist Emmanuel. Dieses kleine Kind versteckt geboren im Stall. Gott zeigt sich in diesem kleinen König im Stall.

Ein Gott, der sich fast ohnmächtig den Menschen ausliefert. Einer, der nichts hat, ein Flüchtling, ein Todgeweihter. Er meldet sich nicht unter dem Namen der Macht, in der Glanz-Welt. Er ist ein Gott, der sich ganz verschenkt. Einer, der mit uns geht (Emmanuel), der nicht aus unserem Leben weicht.
Aber… stirbt keiner mehr? Werden den Armen die Schulden erlassen? Wird keiner mehr erniedrigt? Glauben heißt mit Widersprüchen leben.
Wir Christen können oder sollten gemeinschaftlich, als Gemeinde, Ja sagen dazu, dass Gott sein wahres Gesicht gezeigt hat in diesem Sohn.

So muss noch kommen, was schon ist.
Wir wollen noch sehen, was schon da ist. Diese Zusage, dass das Heil angebrochen ist, sollten wir feiern mit unseren Texten, Gebeten und Liedern. Wir sind nicht die ewig Wartenden. Wir haben einen guten Anfang, die Engel sagen uns die gute Nachricht: Er ist geboren, die Rose ist aufgeblüht, die die Schönheit der Welt bedeutet.

Christa Baggen